Akzeptanz-Commitment-Therapie

Die Therapieschule, nach der ich meine Behandlungen durchführe, heißt Akzeptanz Commitment Therapie oder kurz ACT (gesprochen als ganzes Wort und nicht als drei Buchstaben). Diese Therapieform wurde in Amerika von Steven C. Hayes entwickelt. Sie steht in der Tradition der kognitiven Verhaltenstherapie und verbindet die neuesten neurophysiologischen Erkenntnisse mit dem uralten Wissen fernöstlicher Achtsamkeitsmeditation.
 
Was ist das Besondere an ACT? Im täglichen Leben sind wir gewohnt, Probleme zu analysieren, ihre Ursache herauszufinden und sie dann zu beseitigen. Aber ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass das bei seelischen Problemen nicht funktioniert? Je stärker wir versuchen, Depressionen, Ängste, quälende Gedanken oder Gefühle zu beseitigen – sie werden dadurch nur umso stärker. „Sei entspannt!“ – „Hab keine Angst!“ – „Sei nicht traurig“: Jedem ist klar, wie unsinnig solche Aufforderungen sind. Aber genau das ist es, was mit den meisten Psychotherapieverfahren versucht wird. ACT ist radikal anders. ACT geht davon aus, dass wir unsere seelischen Ereignisse – ganz egal, ob wir sie mögen oder nicht – zunächst einmal grundlegend annehmen müssen (daher die „Akzeptanz“ im Namen). Tun wir das nicht, so werden sie größer und größer und fangen an, uns ganz zu beherrschen.
 
Heißt das, das Leiden passiv zu ertragen? Ganz im Gegenteil! Es heißt nur, einen Kampf gegen sich selbst aufzugeben, der von vornherein aussichtslos ist. An seine Stelle setzt ACT die selbstgewählte Aktion, die sich an den eigenen Werten ausrichtet und ein reiches, sinnhaftes Leben eröffnet – mit dem paradoxen Effekt, dass dadurch auch die psychischen Probleme verschwinden. Zumindest verlieren sie ihre Macht über uns.

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© Michael Waadt 2009-2013